03.05.2021

IJ unterstützt „Journalismus macht Schule“-Initiative

Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit diskutieren in der ersten Maiwoche im Rahmen der Initiative „Journalismus macht Schule“ hunderte Journalistinnen und Journalisten mit Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland über die Bedeutung freier Berichterstattung und die Gefahr durch Fake News. Das Institut für Journalistik ist auch dabei.

Tina Bettels-Schwabbauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IJ, kam im Rahmen der "Journalismus macht Schule"-Aktionswoche mit Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs Ost der Stadt Essen zum Thema Pressefreiheit ins Gespräch.

Gerade die Corona-Krise zeigt, wie wichtig es ist, Informationen von Halbwahrheiten und Falschnachrichten unterscheiden zu können. Diese Medienkompetenz muss auch in Schulen besser vermittelt werden. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Medien und Bildungsorganisationen 2020 zum bundesweiten Bündnis Journalismus macht Schule zusammengeschlossen.

Das Institut für Journalistik unterstützt diese Initiative von Beginn an und wirkt an der Aktionswoche mit. In der ersten Veranstaltung am Berufskolleg Ost der Stadt Essen am Montagmorgen stand die aktuelle Entwicklung der Pressefreiheit in Deutschland und Europa im Fokus. „Als größte universitäre Einrichtung für journalistische Ausbildung im deutschsprachigen Raum sieht sich das Institut für Journalistik der TU Dortmund in der Verantwortung zu vermitteln, wie wichtig Pressefreiheit für Demokratie und Gesellschaft ist“, sagt Holger Wormer, Geschäftsführender Direktors des Instituts für Journalistik. „Damit möchten wir nicht erst in unseren Journalistik-Studiengängen selbst aktiv werden, sondern künftig schon vorher ansetzen.“ Auch nach der Aktionswoche werden die Professorinnen und Professoren und wissenschaftlich Beschäftigten des Instituts für Journalistik daher für (virtuelle) Schulbesuche zur Verfügung stehen, um über Pressefreiheit, Factchecking und die Bedeutung eines unabhängigen Journalismus für die Gesellschaft zu informieren.

Außerhalb der Initiative „Journalismus macht Schule“ hat das Institut in den vergangenen Monaten auch eine Reihe von Projekten zur Förderung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern begonnen. So entwickelt der Bereich Wissenschaftsjournalismus derzeit unter dem Titel fakten-doktor.de mit Partnern der Ruhr-Universität Bochum systematisch Unterrichtsmaterialien für Schulen. Im Mittelpunkt des von der Deutschen Telekom-Stiftung geförderten Projekts Qapito! steht hingegen das Factchecking von Studien sowie Expertinnen und Experten anhand von Beispielen aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht, etwa Klimawandel, Ernährung und Medizin. In einem weiteren Seminar im Studiengang Journalistik entwickeln Studierende derzeit eine Lehreinheit zur Förderung von Nachrichtenkompetenz, die im Sommer in Schulklassen erprobt werden soll.

Jenseits der unmittelbar schulbezogenen Aktivitäten stellt sich das Institut auch in einer Reihe von weiteren Projekten der Frage nach der Rolle des Journalismus für das Funktionieren einer Demokratie. Das Projekt „Journalismus und Gesellschaft“ untersucht die Erwartungen verschiedener Gruppen – neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Personen ausPolitik, Wirtschaft oder Technik –  an den Journalismus in Deutschland. Weltweite Entwicklungen nehmen das Institut für Journalistik und das Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus unter die Lupe – etwa mit dem European Journalism Observatory oder im Projekt „Global Handbook of Media Accountability“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt stellen darin in 40 Länderberichten dar, wie kritischer Journalismus und Medienselbstkontrolle auch in Ländern mit schwierigen politischen Rahmenbedingungen und schwach ausgeprägter Pressefreiheit funktionieren kann.

Doch selbst in Deutschland ist der unabhängige Journalismus angesichts wegbrechender Werbeeinnahmen gefährdet. „Wenn wir in Deutschland weiterhin unabhängigen Journalismus sichern wollen, wird das langfristig nicht ohne zusätzliche Förderung gehen. Kritische journalistische Medien gehören wie Schulen und Universitäten, Krankenhäuser oder Verkehrswege zur Infrastruktur einer Demokratie – und die ist im Falle des Journalismus durch die Corona-Pandemie zusätzlich bedroht“, betont Holger Wormer. Aus diesem Grund lädt das Institut für Journalistik seit einem Jahr die Medienbranche zusammen mit Politik, Stiftungen und Wissenschaft einmal monatlich ein, um über die Zukunft des Qualitätsjournalismus zu diskutieren und Antworten auf die finanzielle Medienkrise zu finden. Die nächste digitale Diskussionsrunde – dann zum Thema Qualitätsförderung durch Rechercheverbünde – findet am 26. Mai um 16 Uhr statt, alle Interessierten sind herzlich willkommen.